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Portrait - Peter Amacher    
Peter Amacher
 
Der leidenschaftliche Strahler und Geologe Peter Amacher war der Beauftragte des Kantons Uri für den NEAT-Tunnelbau, um die Mineralienfunde sicherzustellen. Er studierte Erdwissenschaften in Zürich.

Er hat mehrere beachliche Mineralien-Funde gemacht, die weitherum Aufmerksamkeit erlangten.

 
Ein Interview des mineralien.ch-Teams
 
Peter Amacher, wie kamst du mit der Materie Mineralien erstmals in Kontakt?
Mit meinen Eltern und meinem Bruder ging ich schon früh in meiner Jugend z’Berg. Mein Vater war nebenbei Hüttenwart und dadurch waren wir schon immer Berggänger gewesen.
Und mein Onkel, dem das Cafe Kristall in Altdorf gehörte,nahm mich immer wieder auf seine Strahlertouren mit. Später, durch mein Studium der Erdwissenschaften befasste ich mich intensiv mit den Grundlagen, die mir bei meiner späteren Tätigkeit sehr nützlich waren.  
 
Wie beurteilst du die Situation und die Bedeutung der Mineralienszene der Schweiz?
Für mich steht fest, dass in unserem Land das Potential an Mineralien, und besonders im Kanton Uri, bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Doch leider ist es recht schwierig, dass neue Museen, Ausstellungen und andere Publikumsprojekte realisiert werden. Der Grund ist, dass alles zu rentieren hat. Es lassen sich keine Politiker finden, die sich für solche Institutionen einsetzen. Leider orientiert sich heutzutage alles nach der Rendite.
 
Kabelstollen
Quarz - NEAT-Tunnel
 
Deine heutige Beziehung zu Mineralien hat sich in einem langen Prozess entwickelt. Wie lebst du heute?
Der Umgang mit den Steinen haben mich grundsätzlich sehr geprägt. So lebe ich auf dem Berg, im Berg, vom Berg und mit dem Berg.
Mit meinen Schulungen und Kurse möchte ich die Freude an den Steinen weitergeben. Die Mineralien bilden so auch einen Teil meines Erwerbslebens. Das Suchen und die schönen Momente eines Fundes machen mich glücklich. Auch dann, wenn ich mal einen erfolgslosen Strahlgang erlebe, erfüllt es mich zutiefst, die wunderbare, freie Natur der Bergwelt zu erleben.
 
amacher
 
Was waren Deine eindrücklichsten persönlichen Mineralien Funde?

Ich war schon immer ein Mineraliensucher und nicht nur ein Bergkristallsucher. Meine grössten Erfolge waren z.B. 1975 mit dem Axinitfund im Kanton Uri, dann die Brookitfunde im Chärstelenbach. Dann die bedeutenden Quarzfunde im Bedrettotal und 1984 der Rauchquarzfund, bei dem ich eine 8 Meter-Kluft entdeckte. Und natürlich 2007, wo ich die einmaligen Eisenrosen vom Gotthard entdeckte. In meiner fast 40-jährigen Strahlerzeit habe ich mir im Keller ein kleines Privatmuseum aufgebaut.

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Brookit - Chärstelenbach
 
Du warst der Mineralienverantwortliche des Neat-Projekts im Kanton Uri. Was hast du da erlebt?
Ja, meine Aufgabe bestand darin, die während dem Bau des NEAT-Tunnels entdeckten Mineralien sicherzustellen. Ich musste diese im Auftrag des Kantons Uri bergen, registrieren und einlagern. Das war eine faszinerende Arbeit! Denn die im Tunnelbau gefundenen Mineralien zeichnen sich besonders durch ihre "Bergfrische" aus, d.h. ohne Korrosion und Verwitterung gegenüber den Funden von der Oberfläche des Berges.
 
Was hast du da erlebt?
Ich musste eng mit den Mineuren zusammen-arbeiten. Das erforderte von mir eine eine ausser-ordentliche Präsenz und klare Richtlinien, denn ich musste ja kontrollieren, dass alle Funde gemeldet und abgegeben wurden. Es gab auch Fälle, bei denen ich den Verhörrichter einschalten musste. Dank der klaren Verhältnisse, die durch das unumstössliche Anrecht des Kantons auf die so entdeckten Mineralien bestanden, konnten diese teilweise einmaligen Funde sichergestellt werden. und sind nun für die Öffentlichkeit zugänglich. Jetzt aber ist die Mineralienausbeute aus dem Tunnelbau abgeschlossen, meine Tätigkeit im Tunnel ist beendet.
 
Quarz-Pyrit
Quarz mit Pyrit - NEAT-Tunnel
 
Wo kann man diese Funde aus der NEAT besichtigen?
Die NEAT-Mineralien sind in Seedorf (UR) neben dem Mineralienmuseum im Schloss "A Pro" aus--gestellt. Die ausgestellten Mineralien können gratis besichtigt werden, während den Öffnungszeiten des Restaurants (zur Website externer Link Schloss "A Pro").
 
Wie stehen die Aussichten, dass nun ein Mineralien-Museum des Kantons Uri entsteht?
Nach zweijähriger Vorarbeit haben sich nun einige mineralieninteressierte Personen zu einer Gemein-schaft zusammengeschlossen. Wir wollen, in Zu-sammenarbeit mit dem Kanton Uri, eine regionale Plattform für die Mineralienszene schaffen. Die dabei entstehende Ausstellung soll dann eine Ergänzung zu den Tunnelmineralien sein. Wenn wir das verwirklichen können, dann haben wir eine erfolgsversprechende Möglichkeit, eine permanente Ausstellung präsentieren zu können.
 
Eisenrose-Fibbia
Eisenrose - St. Gotthard Lucendro (Durchmesser: 8cm)
 
Du bist auch aktiv mit Kursen, Exkursionen und Vorträgen. Wer gehört zu deinem Zielpublikum?
Das ganze Jahr durch halte ich an Schulen Vorträge über das Strahlnen. Dabei berichte ich über meine Tätigkeit im Tunnelbau, über Klüfte, Kluftanzeichen und Paragenesen. Dann leite ich Exkursionen in der grossen Kristallkluft am Pfaffensprung (bei Wassen, Uri). Dort ist ein 165 m langer Gang zu „bekriechen“.  Im früheren Aushub lassen sich noch viele Mineralien finden, weil  sich damals die Ausbeute nur auf grosse  Quarze konzentrierte.
 
Wie erleben die Leute solche Schulungen und Exkursionen?
Die Schüler sind ein dankbares Publikum es kann erwartet werden, dass der eine und der andere sich ernsthaft und langfristig mit den Mineralien beschäftigen wird. Wir brauchen den Nachwuchs auf diesem Gebiet. Die Beschäftigung mit diesem interessanten Medium stellt auch eine sinnvolle, lehrreiche und nachhaltige Bildung dar. Ich kann mit dem Vermitteln meines Wissens Begeisterung auslösen und wertvolles Gedankengut verbreiten.
 
Peter Amacher, vielen Dank für deine Hingabe an die Mineralien, und dass du dir Zeit nimmst für deine Vorträge um deine Faszination an Mineralien weiterzugeben!
 

INFOBOX
Peter Amacher wohnt in Amsteg und hat dort auch sein Büro für Mineralogie und Geologie. Mehr Infos zu ihm und seiner Arbeit finden sie unter:
www.geo-uri.ch externer Link

Wer interessiert ist, den "Kristallkeller Amsteg" zu besuchen oder an einer seiner eindrücklichen Exkursionen teilzunehmen, kann sich direkt bei Peter Amacher melden. Kontaktinfos findet man auf seiner Website. externer Link

 
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